TAM - Antibiotika-Monitoring (HIT)

Was ist zu tun?

Seit 1. April 2014 sind Sie nach AMG verpflichtet, Ihren Bestand an Masttieren zu melden. Die Erfassung des Antibiotikaeinsatzes bei diesen Tieren beginnt ab dem 1. Juli 2014. Ihre Meldedaten werden in der amtlichen Antibiotikadatenbank gespeichert, die der HIT-Datenbank (HIT) angegliedert ist. Halbjährlich wird daraus Ihre betriebliche Therapiehäufigkeit errechnet. Aus allen in Deutschland vorliegenden betrieblichen Therapiehäufigkeiten werden zwei Kennzahlen (Median und 3. Quartil) errechnet, die Sie rückwirkend halbjährlich mit Ihrer betrieblichen Therapiehäufigkeit vergleichen müssen. Die Kennzahlen dieses staatlichen Antibiotikamonitorings werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Einmalige Bestandsmeldung:

Wenn Sie berufs- oder gewerbsmäßig zum Zweck der Fleischerzeugung (Mast) bestimmte Rinder, Schweine, Hühner oder Puten halten, müssen Sie für Ihren Betrieb folgende Daten an die HIT-Datenbank oder die Landwirtschaftliche Kontroll- und Dienstleistungsgesellschaft mbH (LKD) melden:
• Name des Tierhalters
• Registriernummer nach Viehverkehrsverordnung
• Anschrift des Betriebes
• Nutzungsart (Mehrfachnennung möglich)
Nutzungsarten sind dabei Kälber (ab Absetzen), Rinder, Ferkel (ab Absetzen), Schweine, Hühner oder Puten (ab Schlupf). Ist Ihr Betrieb bereits in HIT gemeldet, so werden die dort bereits vorhandenen Daten (Name, Adresse, Registriernummer) für die einmalige Bestandsmeldung berücksichtigt. Sie ergänzen dann nur die Nutzungsart Ihrer Tierbestände entsprechend den Gewichts- bzw. Altersgrenzen. Nach dem Stichtag für die Erstmeldung (1. Juli 2014) neu gegründete Mastbetriebe müssen sich innerhalb von 14 Tagen anmelden. Änderungen der genannten Betriebsdaten sind grundsätzlich innerhalb von 14 Werktagen direkt oder über die Landwirtschaftliche Kontroll- und Dienstleistungsgesellschaft mbH an HIT zu übermitteln.

Meldungen über Antibiotika-Anwendungen und Tierbewegungen nach § 58 b AMG:

Ab dem 1. Juli 2014 ist jede Behandlung mit Antibiotika pro Kalenderhalbjahr an die HIT- Antibiotikadatenbank direkt oder über die LKD mit folgenden Angaben zu melden.
• Bezeichnung des angewendeten Arzneimittels
• Anzahl der behandelten Tiere
• insgesamt angewendete Menge der Antibiotika
• Nutzungsart
• Behandlungs- bzw. Wirkdauer in Tagen (wie vom Tierarzt angegeben)
• Tierbestandsdaten
Der Tierbestand zu Beginn des Kalenderhalbjahres und die Bestandsveränderungen innerhalb des Kalenderhalbjahres sind unter Angabe von Datum und Anzahl der Zugänge bzw. Abgänge ebenfalls in der Antibiotikadatenbank rückwirkend zu dokumentieren.
Das Kalenderhalbjahr beginnt jeweils am 1. Januar bzw. am 1. Juli. Die Meldungen müssen halbjährlich bis spätestens 14 Tage nach Halbjahresende, also bis 14. Januar bzw. 14. Juli erfolgt sein.

Sie können die Übermittlung der Antibiotikabehandlungsdaten auch Dritten, z.B. Ihrem Tierarzt, schriftlich übertragen. Dieser übermittelt in Ihrem Auftrag die Angaben aus dem tierärztlichen Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebeleg an die HIT- Antibiotikadatenbank. Die Beauftragung von Dritten für die Datenübermittlung müssen Sie vorher der zuständigen Behörde schriftlich mitteilen (s. Formular). Sofern Sie Ihren Tierarzt beauftragt haben, versichern Sie ihm und der zuständigen Überwachungsbehörde gegenüber, dass Sie sich an die Behandlungsanweisung des Tierarztes gehalten haben (s. Formular).
Ebenfalls können Sie die Antibiotikabehandlungsdaten aus der QS-Datenbank nutzen. Hierfür müssen Sie ihren Tierarzt beauftragen und ermächtigen die Meldung der Antibiotikaabgabe an QS vorzunehmen. Rückwirkend müssen Sie in diesem Falle ebenfalls eine Bestätigung zur korrekten Antibiotikaanwendung bei der zuständigen Behörde einreichen. Hierbei muss bestätigt werden, dass der Einsatz der Antibiotika im vergangenen Halbjahr gemäß Abgabebeleg erfolgt ist und nicht von den Behandlungsanweisungen abgewichen wurde. Einen Vordruck erhalten Sie unter dem untenstehendem Link.
Wichtig: Die „Schriftliche Versicherung, dass bei der Behandlung nicht von der Behandlungsanweisung des Tierarztes abgewichen wurde“ darf erst nach Ablauf des Kalenderhalbjahres erstellt werden und muss 14 Tage nach Ablauf des Halbjahres, d.h. bis zum 14. Januar bzw. 14. Juli eines jeden Jahres, bei der Behörde vorliegen. Die schriftliche Versicherung muss halbjährlich neu erstellt und vorgelegt werden.

Für die Datenübertragung von der QS-Datenbank an die HIT-Datenbank müssen Sie folgende Schritte in Ihren HIT-Datenbank erledigen:

• Nutzungsart an HIT melden (sollte bereits bis zum 01.07.2014 erfolgt sein)
• Abgabe einer Tierhalter-Erklärung bezüglich Dritter in der HIT-Datenbank oder schriftlich bei der zuständigen Behörde. Der Dritte ist hierbei mit der Nummer 276 053 140 000 628 anzugeben. Hierbei muss Dritten unter dem Punkt „Arzneimittel Eingabe“ erlaubt werden, Eintragungen zur Abgabe und Anwendung von Arzneimitteln vorzunehmen sowie Daten, die diesen Dritten betreffen zu beziehen. Unter dem Punkt „Bestand Eingabe“ muss ebenfalls eine Eintragung sowie der Bezug von Daten zugelassen werden. Für den Punkt „Nutzung Eingabe“ ist keine Eintragung durch Dritte sowie kein Abrufen von Nutzungsdaten zu wählen.

Eigenkontrolle der Therapiehäufigkeit und nötige Maßnahmen:

Nach Abschluss der Halbjahresmeldungen wird Ihnen die Therapiehäufigkeit Ihres Betriebes mitgeteilt. Diese müssen Sie mit den veröffentlichten bundesweiten Kennzahlen 1 und 2 (Median und 3. Quartil) vergleichen und diesen Vergleich dokumentieren (Vermerk der Kennzahlen und des Datums des Vergleiches).
Liegt diese über der Kennzahl 1 (höher als die Hälfte der deutschen Therapiehäufigkeiten) sind Sie verpflichtet, in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt die Ursachen für den erhöhten Antibiotikaeinsatz zu suchen und Lösungswege zu finden, um den Antibiotikaeinsatz in Ihrem Betrieb zu senken. Dieses sollte in einem Protokoll schriftlich festgehalten werden.
Liegt Ihre betriebliche Therapiehäufigkeit über der Kennzahl 2 (höher als drei Viertel der deutschen Therapiehäufigkeiten) sind geeignete Lösungswege in einem Maßnahmenplan auf der Grundlage einer tierärztlichen Beratung schriftlich festzulegen und der zuständigen Überwachungsbehörde (in S-H dem Landeslabor Schleswig-Holstein) innerhalb von 4 Monaten unaufgefordert zuzusenden. Den Mindestumfang dieses Maßnahmenplans können Sie bei der zuständigen Behörde erfragen. Diese Stelle prüft anschließend den Plan und kann in bestimmten Fällen Änderungen anordnen und ggf. weitere Maßnahmen ergreifen.

Durchführen der erforderlichen Meldungen:

Die Meldungen können komfortabel auf elektronischem Weg online in HIT erfolgen. Schriftliche Meldungen sind über die Landwirtschaftliche Kontroll- und Dienstleistungsgesellschaft mbH (LKD) mit einem entsprechenden Formular ebenfalls möglich.
In den untenstehenden Links finden Sie alle benötigten Formulare sowie weitere Informationen!

Zuständige Stellen in Schleswig-Holstein:

Landwirtschaftliche Kontroll- und Dienstleistungsgesellschaft mbH (LKD)
Steenbeker Weg 151
24106 Kiel
Telefon: 0431 33987-33
Telefax: 0431 33987-73
vvvo@lkv-sh.de

Landeslabor Schleswig-Holstein
Max-Eyth-Str. 5
24537 Neumünster
Geschäftsbereich 3 – Tierarzneimittelüberwachung
Telefon: 04321 904-701
Telefax: 04321 904-700
tierarzneimittel@lvua-sh.de

In den untenstehenden Links finden Sie alle benötigten Formulare sowie weitere Informationen!


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